Colearning Basecamp
Level 2 · Probezeit

Drei Töpfe

Die erste eigene Beute nach dem 3-Töpfe-Prinzip verteilen – und verstehen, warum alle drei Töpfe immer dabei sind.

Was ist das?

Drei Töpfe ist die Quest, in der du zum ersten Mal echte Einnahmen aus einem Lernunternehmen verteilst. Das Werkzeug dafür heisst 3-Töpfe-Prinzip und funktioniert so:

  • Topf 1 – Persönlicher Topf (50%): Gehört dir und den anderen, die den Auftrag an Land gezogen und ausgeführt haben. Das ist euer Lohn für die Jagd. Ob ihr das Geld auszahlt, in Werkzeuge investiert oder spart, entscheidet ihr selbst.
  • Topf 2 – Stamm-Topf (25%): Bleibt bei der Gemeinschaft. Wofür es verwendet wird, entscheiden die Jugendlichen im Konsent – Feiern, Anschaffungen, Ausgleich bei Pechsträhnen, Investitionen in Lernunternehmen, Beiträge an den Stipendienfonds.
  • Topf 3 – Ökosystem-Topf (25%): Fliesst an YOLU und nährt das grössere Ökosystem: Ressourcen, Weiterentwicklung, neue Standorte, Mentor:innen, erweiterte Community.

Die angegebenen Prozentzahlen sind der initiale Aufteilungsschlüssel. Im soziokratischen Konsent können die Jugendlichen die Verteilung ändern. Was sich nicht ändert: Alle drei Töpfe sind immer dabei.

Warum gibt es das?

Erfolg entsteht nicht im luftleeren Raum. Er baut auf Infrastruktur, Community, ehrenamtlichen Mentorings, Fürsprecher:innen und der Arbeit von Pionier:innen auf. Das 3-Töpfe-Prinzip macht diesen Zusammenhang sichtbar – nicht als Belehrung, sondern als gelebte Praxis.

Wer die eigene Beute nach diesem Schlüssel verbucht, wird dadurch nicht zur Hilfsempfänger:in. Im Gegenteil: Durch den Beitrag an Stamm und Ökosystem wird man zur Mitträger:in des eigenen Ökosystems. Das ist ein grundlegend anderes Selbstverständnis als «Ich zahle eine Kursgebühr und erhalte dafür eine Leistung».

Und damit das Geldthema den Fokus nicht dauernd monopolisiert, gibt es das Ritual: Schleier lüften, verbuchen, Schleier schliessen. Danach zurück zum Lernen und zum nächsten Projekt.

Wie geht es konkret?

Das Ritual läuft in vier Schritten ab:

  1. Beute benennen. Die Arbeit ist getan und die Rechnung ist bezahlt. Jetzt kommt der Moment.
  2. Den Schleier lüften. Die Einnahmen werden offen auf den Tisch gelegt: «Wir haben X Franken eingenommen.»
  3. Selbst verbuchen. Die Jugendlichen berechnen die drei Anteile und tragen sie ein – 50% in den persönlichen Topf, je 25% in Stamm-Topf und Ökosystem-Topf. YOLU und Circle Projects begleiten die erste Verteilung.
  4. Den Schleier schliessen. Abgehakt. Fokus zurück auf Lernen und das nächste Projekt.

Für die Verbuchung gilt: Die Verteilung kann der Stamm im Konsent anpassen – aber alle drei Töpfe sind immer beteiligt. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Bedingung des Ökosystems.

Danach hast du einmal die Verteilung selbst durchgeführt. Die drei Töpfe sind kein abstraktes Konzept mehr – sie haben Zahlen.
Für Einführende

Wer führt ein?

YOLU und Circle Projects (Konzept 5.5). YOLU begleitet die erste Verbuchung direkt.

Worauf achten?

  • Die Prozentzahlen wirken auf den ersten Blick nach einer fremden Entscheidung. Wichtig ist, den Schritt vom «Das ist die Regel» zum «Das ist mein Beitrag» sichtbar zu machen – nicht durch Überzeugungsarbeit, sondern durch das Ritual selbst.
  • Das Schleier-lüften-Ritual funktioniert nur, wenn das Geldthema danach wirklich aus dem Fokus ist. Falls die Verteilung zu Konflikten führt, ist das kein Zeichen, das Ritual zu überspringen – sondern ein Zeichen, dass der Stamm-Topf-Entscheid (Wozu verwenden wir den Stamm-Topf?) noch fehlt. Das gehört in ein Stamm-Meeting.
  • Wer aus Bescheidenheit oder Unsicherheit den persönlichen Anteil kleinreden möchte («Ich brauche das nicht»): Das ist kein Zeichen von Grosszügigkeit, sondern ein Zeichen, dass der Wert der eigenen Arbeit noch nicht verankert ist. Den persönlichen Topf ernst nehmen ist Teil des Lernens.

Material

  • Vorlage für die Verbuchung der drei Töpfe (Stand Pilot 2026: in Klärung, ob digitales Formular oder analoges Blatt)
  • Zugang zum Stamm-Topf-Konto oder zur Buchhaltungsübersicht (Circle Projects organisiert)
  • Klarheit über den Ökosystem-Topf-Fluss: Wann und wie fliesst der Anteil an YOLU? (Stand Pilot 2026: in Klärung)

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