LOPI
Den wöchentlichen LOPI-Rhythmus aufbauen: sich spannenden Menschen anhängen, mitlaufen und mithelfen – immer mit denselben zwei Fragen.
Was ist das?
LOPI steht für Learning by Observing and Pitching In – lernen, indem man mitschaut und mitanpackt. In der Schnupperzeit hast du drei Begegnungen gesucht. Jetzt wird daraus eine wöchentliche Routine: Möglichst jede Woche gibt es eine LOPI-Begegnung – ein Gespräch in der Kaffeepause, ein Blick über die Schulter einer Designerin, spontanes Mithelfen bei einem Projekt.
Die zwei Fragen dahinter ändern sich nie:
- «Was kann ich hier lernen?» – das Empfangen
- «Wie kann ich hier einen Wert schaffen?» – das Geben
Das ist der ganze Kompass. Er gilt für ein einstündiges Mitlaufen im Effinger genauso wie für eine mehrwöchige Wanderschaft an einem anderen Ort.
Warum gibt es das?
Wissen steckt in den Menschen, die wirklich arbeiten – nicht an einer Tafel und nicht in einem Kurs. LOPI ist die Fähigkeit, sich dieses Wissen selbst zu holen: hingehen, beobachten, eine Frage stellen, eine Hand ausstrecken.
Dass das mit den zwei Fragen nach Geben und Empfangen passiert, ist kein Zufall. Wer nur Empfangen will, bleibt Tourist:in. Wer mitbringt – Zeit, eine Idee, eine helfende Hand – ist Gast mit echtem Gewicht. Diese Haltung öffnet Türen, die sonst zu bleiben.
Die LOPI-Routine ist auch die Vorbereitung auf alles Grössere: Jede Wanderschaft, jedes Lernunternehmen, jede Begegnung mit einer Fachperson läuft nach denselben zwei Fragen.
Wie geht es konkret?
- Schau auf die Lernlandkarte. Wer ist im Effinger – oder in deiner Umgebung – gerade an etwas dran, das dich anzieht?
- Geh hin. Die Kompliz:innen am Host-Ort wissen, dass Colearner:innen mitlaufen. Du musst nicht erst um Erlaubnis fragen – sag Hallo und frag, ob du zuschauen darfst.
- Stelle dir die zwei Fragen. Was kannst du hier lernen? Wie kannst du nützlich sein? Mithelfen ist meistens der direkteste Weg zu beidem.
- Halt fest, was du erlebt hast. Eine kurze Notiz auf der eigenen Page genügt – was du beobachtet hast, was dich überrascht hat, was du gelernt hast.
- Bring das nächste Mal etwas mit. Eine Idee, eine Frage, eine helfende Hand. So wächst die Begegnung über Einmaliges hinaus.
Für Einführende
Wer führt ein?
Mentor:in (Konzept 5.5). Kompliz:innen am Host-Ort lassen Colearner:innen mitlaufen. YOLU ist in der Probezeit präsent.
Worauf achten?
- LOPI wird in Level 1 eingeführt und in Level 2 zur Routine. Der Unterschied: Jetzt kommt Regelmässigkeit dazu. Hilf, einen festen Platz dafür im Wochenrhythmus zu finden – aber leg den Platz nicht fest.
- Das Geben wird oft unterschätzt. Ermutige dazu, jedes Mal einen konkreten Beitrag mitzubringen – auch einen kleinen.
- Die zwei Fragen sind für immer dieselben. Verändere sie nicht, erkläre sie auch nicht um. Ihre Einfachheit ist der Witz.
- Arrangiere die Begegnungen nicht im Voraus. Der erste eigene Schritt auf eine fremde Person zu ist selbst ein Lernschatz – nimm ihn niemandem ab.
Material
- Lernlandkarte aktuell: wer ist gerade da, woran wird gearbeitet, wo kann jemand mitlaufen
- kurze Vorab-Info an die Kompliz:innen, dass Probezeit-Colearner:innen vorbeikommen können
- Lilo-Page-Zugang für die Notiz nach der Begegnung