Abschlussweg
Den eigenen Weg zur Sichtbarmachung klären: Portfolio, A-Levels oder EFZ-Validierung – und die Dossier-Routine als Gewohnheit einrichten.
Was ist das?
Der Abschlussweg ist die Quest, in der du klärst, wie du dein Gelerntes langfristig sichtbar machst. Im Basecamp gibt es drei Wege – und du wählst, welcher zu dir passt:
Der Hauptweg: das Portfolio auf der eigenen Page. Projekte, Kompetenz-Badges, Referenzen von Expert:innen, Kundenfeedbacks – dokumentiert, öffentlich, unter deinem eigenen Domainnamen. Für viele Auftraggeber:innen und künftige Zusammenarbeiten ist das heute aussagekräftiger als ein Zeugnis.
Internationale A-Levels (Internationale Matura): ein weltweit anerkannter, modularer Hochschulzugang aus England. Nur 6 Fächer statt 12+, freie Fächerwahl nach eigenen Stärken, Prüfungen dreimal jährlich und beliebig wiederholbar, Vorbereitung im Selbststudium möglich. Typische Dauer bis zur vollen Matura: 2–4 Jahre bei Teilzeitvorbereitung.
EFZ im Validierungsverfahren: Wer einen berufspraktischen Abschluss anstrebt, sammelt während der Basecamp-Zeit Berufserfahrung und kann nach mindestens 5 Jahren das EFZ in ausgewählten Berufen erwerben – darunter Mediamatiker:in, Informatiker:in, Kaufmann/Kauffrau und weitere. Die vollständige Liste findet sich unter «Validierungsverfahren» auf berufsberatung.ch.
Alle drei Wege können auch kombiniert werden. Was zählt: Du weisst, wofür du arbeitest – und du fängst jetzt an, es zu dokumentieren.
Warum gibt es das?
Abschlüsse sind keine Strukturvorgabe des Basecamps. Die Anforderungen von Hochschulen oder des Berufsbildungsamtes sind Aussenwelten mit eigenen Regeln. Das Basecamp bereitet dich nicht auf Prüfungen vor – du eignest dir die Prüfung als einen Schritt für dein Portfolio an. Dieser Unterschied ist entscheidend: Die Verantwortung liegt bei dir, nicht bei einer Institution.
Gleichzeitig nimmt das Basecamp den Wunsch nach formalen Abschlüssen ernst. In regulierten Berufen und für klassische Anstellungen bleibt der formale Abschluss wichtig. Wer auf das Portfolio setzt, soll das bewusst und mit offenen Augen tun. Beides ist möglich – die Wahl liegt bei dir.
Die Dossier-Routine beginnt hier, weil späteres Nachdokumentieren fast nie funktioniert. Wer das EFZ-Validierungsverfahren einmal anstreben will, braucht Belege, die von Anfang an vollständig sind.
Wie geht es konkret?
- Kläre mit deiner Mentor:in und YOLU, welcher Weg zu dir passt. Portfolio allein? A-Levels nebenbei? EFZ in einem Berufsfeld, in dem du schon tätig bist? Die Antwort hängt von deinen Zielen, deinem Tempo und deinem Umfeld ab.
- Richte die Dossier-Routine ein. Arbeitszeugnisse, Projektbelege, Rollenbestätigungen: Leg einen Ort fest, wo du sie sammelst. Für das Validierungsverfahren werden Belege nicht nur gesammelt, sondern auch den offiziellen Kompetenzfeldern des Berufsbilds zugeordnet.
- Wähle beim A-Level-Weg deine 6 Fächer nach eigenen Stärken – aber denke von Anfang an an die Zulassungsanforderungen der Schweizer Hochschulen (geregelt durch swissuniversities). YOLU und das Maturanda-Netzwerk begleiten dich dabei.
- Trag jede relevante Arbeit in dein Portfolio ein. Eine Notiz auf der eigenen Page, ein Projekteintrag, ein Kundenfeedback – das ist der Beleg, der zählt. Nicht das Abzeichen, sondern die dokumentierte Geschichte dahinter.
- Überprüfe die Wahl regelmässig im Mentoring. Was heute passt, kann sich in einem Jahr verschieben. Der Weg ist kein Versprechen, sondern eine Entscheidung, die du bewusst bestätigst oder änderst.
Für Einführende
Wer führt ein?
Mentor:in und YOLU gemeinsam (Konzept 5.6). YOLU vermittelt Wissen zum Validierungsdossier und zum A-Level-System; die Mentor:in begleitet die persönliche Entscheidung.
Worauf achten?
- Abschlüsse sind eine Option, kein Ziel des Basecamps. Stell die Frage offen: Was brauchst du wofür? Nicht: Welchen Abschluss machst du?
- Der Druck aus dem Umfeld (Eltern, Familie) ist real. Anerkenne ihn, ohne ihn zu verstärken. Das Portfolio als Hauptweg braucht aktive Überzeugungsarbeit – dafür gibt es YOLU als Rückendeckung.
- Die Dossier-Routine klingt klein und ist entscheidend. Wer das EFZ-Validierungsverfahren einmal anstreben will, braucht Belege über 5 Jahre. Helfe dabei, diese Routine früh als Gewohnheit einzurichten – nicht als Pflicht, sondern als Investition.
- Die Anforderungen der A-Levels für Schweizer Hochschulen (swissuniversities) sind von Anfang an mitzudenken. Lass die Fächerwahl nicht ohne diesen Check geschehen.
- Welche EFZ-Berufe im Validierungsverfahren für Basecamp-Biografien realistisch erreichbar sind, ist noch in Klärung (Stand Pilot 2026). Verweise auf berufsberatung.ch und YOLU – mach keine eigenen Zusagen.
Material
- Aktuelle Liste der Validierungsberufe: berufsberatung.ch («Validierungsverfahren»)
- Maturanda-Netzwerk für A-Level-Begleitung: maturagehtanders.ch
- swissuniversities: Zulassungsanforderungen für internationale Abschlüsse
- Vorlage für die Dossier-Struktur: bei YOLU anfragen (Stand Pilot 2026)
- Eigene Page der Colearner:in: aktuell und mit Projekten befüllt