Vereinbarung
Verstehen und besprechen, was man einander verspricht – bevor man es unterschreibt.
Was ist das?
Die Vereinbarung ist das Versprechen, mit dem die Probezeit verbindlich wird. Am Übergang vom Schnuppern in die Probezeit schliessen die Jugendlichen – bei Minderjährigen zusammen mit den Eltern – eine Teilnahmevereinbarung mit dem Stamm-Verein.
Sie ist kein Kleingedrucktes, sondern ein Versprechen in beide Richtungen – und wird darum nicht nur unterschrieben, sondern gemeinsam besprochen. Sie regelt:
- Mitgliedschaft und Finanzbeitrag: Grundpreis und Dorfanteil (Stand Pilot 2026: in Klärung, siehe Konzept Kapitel 8)
- Verbindlichkeit der Rituale: Tages-Notizen, Mentoring, Weekly, Schatzhebung – die ermöglichenden Strukturen sind nicht optional
- Stamm-Zeit: rund 20% für Hosting, Betrieb und Mitverantwortung
- Eigenverantwortung: Der Bildungsweg liegt bei den Jugendlichen und ihren Familien. Das Basecamp ist eine Umgebung, kein Bildungsdienstleister – es gibt kein Leistungsversprechen und keine Abschlussgarantie
- 3-Töpfe-Prinzip für Einnahmen aus Lernunternehmen
- Ausstieg: jederzeit möglich, mit kurzer Frist, ohne Begründung, ohne Gesichtsverlust
- Überprüfungsdatum: Wie jede Grundsatzentscheidung wird die Vereinbarung periodisch überprüft und bewusst erneuert
Warum gibt es das?
Wer in den Stamm eintritt, tut das nicht durch Unterschrift, sondern durch Gespräch. Die Vereinbarung macht explizit, was sonst implizit bleibt – und schützt beide Seiten.
Auf der einen Seite: Das Basecamp verpflichtet sich, eine echte Umgebung zu sein. Kein Leistungsversprechen, aber ein klares Versprechen zur Verlässlichkeit der Strukturen.
Auf der anderen Seite: Wer dabei ist, trägt auch mit. Die Stamm-Zeit, die Rituale, die gegenseitige Verbindlichkeit – das ist keine Bürokratie, das ist der Stamm.
Das Überprüfungsdatum ist kein Misstrauensvotum, sondern eine eingebaute Ehrlichkeit: Niemand bleibt stillschweigend dabei; die Zugehörigkeit wird regelmässig bewusst bestätigt.
Wie geht es konkret?
- YOLU bringt die Vereinbarung mit – als Text, nicht als Formular. Sie wird gemeinsam gelesen, nicht alleine.
- Alles darf gefragt werden. Was heisst Dorfanteil? Wie wird die Stamm-Zeit eingeteilt? Was passiert beim Ausstieg? Keine Frage ist zu klein.
- Eltern sind dabei – wenn Jugendliche minderjährig sind, gehört das Gespräch auch zu ihnen. Die Vereinbarung gilt für alle.
- Dann unterschreibt ihr. Erst wenn alles klar ist – nicht als Hürde, sondern als gemeinsamer Moment.
- Das Überprüfungsdatum steht drin. Zu diesem Datum schaut ihr zusammen, ob alles noch stimmt – und bestätigt es bewusst.
Für Einführende
Wer führt ein?
YOLU moderiert das Gespräch gemeinsam mit den Jugendlichen und ihren Eltern (Konzept 5.5 und 5.8).
Worauf achten?
- Das Gespräch ist kein Verkaufsgespräch. Wenn Zweifel da sind, ist das der richtige Moment dafür – nicht nach der Unterschrift.
- Die Verbindlichkeit der Rituale (Tages-Notizen, Mentoring, Weekly) klingt streng. Sie ist auch streng – aber erklär warum: Diese Strukturen ermöglichen das Ganze, sie sind kein Selbstzweck.
- Eltern haben oft andere Fragen als Jugendliche. Beide Stimmen brauchen Raum. Plant mehr Zeit als ihr denkt.
- Die Abschlussgarantie fehlt bewusst. Das ist für Familien mit Schulerfahrung oft ungewohnt – sag es klar und direkt, nicht entschuldigend.
Material
- Teilnahmevereinbarung als lesbares Dokument (Stand Pilot 2026: Vorlage in Klärung bei YOLU)
- Konkreter Finanzbeitrag mit Grundpreis und Dorfanteil (Stand Pilot 2026: in Klärung, siehe Kapitel 8)
- Überprüfungsdatum eingetragen, bevor die Vereinbarung unterschrieben wird