Schnupper-Quests begleiten
Für eine:n Neue:n während der Schnupper-Quests ansprechbar sein – als erste erfahrene Person, die den Weg kennt.
Was ist das?
Schnupper-Quests begleiten bedeutet: Du bist für eine:n Neue:n ansprechbar – während der Tage, in denen diese Person testet, ob das Basecamp zu ihr passt.
Du führst nicht. Du erklärst nicht alles. Du bist da: eine erfahrene Person, die den Ort kennt, die weiss, wie sich der Anfang anfühlt, und die eine ehrliche Antwort geben kann, wenn jemand fragt.
Das unterscheidet sich von einem Mentoring: Du trägst keine Verantwortung für den Weg der anderen Person. Du hältst die Tür auf – für Fragen, für einen kurzen Austausch, für den Moment, in dem jemand nicht weiss, wo er oder sie anfangen soll.
Weitergeben beginnt im Konzept nicht erst auf Level 4 (Feuer weitergeben), sondern gehört von Anfang an zum Colearner:in-Sein: das eigene Lernen sichtbar machen, Lernschätze an der Schatzhebung teilen – und Neue durch die Schnupper-Quests begleiten.
Warum gibt es das?
Das Einarbeiten Neuer ist nicht Aufgabe von YOLU oder des Mentorings allein. Es ist die Arbeit des ganzen Stamms. Denn Weitergeben gehört zum Lernen: Was man erklären kann, hat man wirklich verstanden. Was man teilt, verfestigt sich.
Die Schnupper-Quests sind keine Aufnahmeprüfung und kein Härtetest. Viele, die kommen, haben das Sich-selbst-Führen in Jahren des Beschult-Werdens oft verlernt – antrainierte Hilflosigkeit, keine persönliche Schwäche. Die Startrampe (Challenge-Karten, Mentor:in, das Survival-Kit) und eine ansprechbare erfahrene Person zusammen machen den Anfang möglich.
Und: Ein Stamm, der Neue trägt, bleibt lebendig. Weitergabe ist nicht Altruismus, sondern Kultur – sie gehört dazu wie das Lagerfeuer.
Wie geht es konkret?
- Dein:e Mentor:in gibt dir Rückendeckung. Du bist nicht auf dich allein gestellt. Wenn du nicht weiterweisst, fragst du deine:n Mentor:in.
- Du machst dich bemerkbar. Die neue Person soll wissen, dass sie dich ansprechen darf – ein kurzes Hallo zu Beginn genügt.
- Du wartest auf Fragen. Du drängst dich nicht auf. Wer Hilfe braucht, fragt. Wer allein erkunden will, darf das.
- Du antwortest ehrlich. Was war am Anfang schwierig? Was hat dich überrascht? Deine echte Erfahrung ist wertvoller als eine aufgeräumte Version davon.
- Du begleitest, du leitest nicht. Die Entscheidung, ob das Basecamp passt, trifft die neue Person selbst. Das Standortgespräch am Ende ist nicht deine Aufgabe.
Für Einführende
Wer führt ein?
Mentor:in als Rückendeckung (Konzept 5.6). YOLU begleitet in der Feuer-Phase im Hintergrund; der Stamm trägt den Alltag.
Worauf achten?
- Die begleitende Person soll ansprechbar sein – nicht Betreuer:in, nicht Türsteher:in. Der Unterschied ist gross: Es geht um eine offene Tür, nicht um ein weiteres Begleitsystem.
- Wer zum ersten Mal jemanden begleitet, neigt dazu, zu viel zu erklären oder zu beruhigen. Gut gemeint – aber die neue Person braucht Raum, sich selbst ein Bild zu machen.
- Die Schnupper-Quests sind keine Aufnahmeprüfung. Daran erinnern, wenn eine begleitende Person anfängt, die neue Person (unbewusst) zu bewerten.
- Das eigene Lernen der begleitenden Person kommt nicht zu kurz: Der Lernschatz dieser Quest liegt oft im Rückblick, nicht in der Aktion. Lass Raum dafür in einem nächsten Mentoring.
Material
- Infos zur neuen Person: Wann kommt sie? Was bringt sie mit? (Abstimmung mit Mentor:in und YOLU)
- Survival-Kit vorhanden: Lernlandkarte aktuell, Challenge-Karten-Set vollständig
- kurze Vorab-Absprache: Was ist die Rolle der begleitenden Person, was nicht?