Colearning Basecamp
Level 3 · Colearner:in

Schnupper-Quests begleiten

Für eine:n Neue:n während der Schnupper-Quests ansprechbar sein – als erste erfahrene Person, die den Weg kennt.

Was ist das?

Schnupper-Quests begleiten bedeutet: Du bist für eine:n Neue:n ansprechbar – während der Tage, in denen diese Person testet, ob das Basecamp zu ihr passt.

Du führst nicht. Du erklärst nicht alles. Du bist da: eine erfahrene Person, die den Ort kennt, die weiss, wie sich der Anfang anfühlt, und die eine ehrliche Antwort geben kann, wenn jemand fragt.

Das unterscheidet sich von einem Mentoring: Du trägst keine Verantwortung für den Weg der anderen Person. Du hältst die Tür auf – für Fragen, für einen kurzen Austausch, für den Moment, in dem jemand nicht weiss, wo er oder sie anfangen soll.

Weitergeben beginnt im Konzept nicht erst auf Level 4 (Feuer weitergeben), sondern gehört von Anfang an zum Colearner:in-Sein: das eigene Lernen sichtbar machen, Lernschätze an der Schatzhebung teilen – und Neue durch die Schnupper-Quests begleiten.

Warum gibt es das?

Das Einarbeiten Neuer ist nicht Aufgabe von YOLU oder des Mentorings allein. Es ist die Arbeit des ganzen Stamms. Denn Weitergeben gehört zum Lernen: Was man erklären kann, hat man wirklich verstanden. Was man teilt, verfestigt sich.

Die Schnupper-Quests sind keine Aufnahmeprüfung und kein Härtetest. Viele, die kommen, haben das Sich-selbst-Führen in Jahren des Beschult-Werdens oft verlernt – antrainierte Hilflosigkeit, keine persönliche Schwäche. Die Startrampe (Challenge-Karten, Mentor:in, das Survival-Kit) und eine ansprechbare erfahrene Person zusammen machen den Anfang möglich.

Und: Ein Stamm, der Neue trägt, bleibt lebendig. Weitergabe ist nicht Altruismus, sondern Kultur – sie gehört dazu wie das Lagerfeuer.

Wie geht es konkret?

  1. Dein:e Mentor:in gibt dir Rückendeckung. Du bist nicht auf dich allein gestellt. Wenn du nicht weiterweisst, fragst du deine:n Mentor:in.
  2. Du machst dich bemerkbar. Die neue Person soll wissen, dass sie dich ansprechen darf – ein kurzes Hallo zu Beginn genügt.
  3. Du wartest auf Fragen. Du drängst dich nicht auf. Wer Hilfe braucht, fragt. Wer allein erkunden will, darf das.
  4. Du antwortest ehrlich. Was war am Anfang schwierig? Was hat dich überrascht? Deine echte Erfahrung ist wertvoller als eine aufgeräumte Version davon.
  5. Du begleitest, du leitest nicht. Die Entscheidung, ob das Basecamp passt, trifft die neue Person selbst. Das Standortgespräch am Ende ist nicht deine Aufgabe.
Danach hast du für eine:n Neuen die Tür offen gehalten – und dabei selbst etwas gesehen, das du sonst vielleicht übersehen hättest.
Für Einführende

Wer führt ein?

Mentor:in als Rückendeckung (Konzept 5.6). YOLU begleitet in der Feuer-Phase im Hintergrund; der Stamm trägt den Alltag.

Worauf achten?

  • Die begleitende Person soll ansprechbar sein – nicht Betreuer:in, nicht Türsteher:in. Der Unterschied ist gross: Es geht um eine offene Tür, nicht um ein weiteres Begleitsystem.
  • Wer zum ersten Mal jemanden begleitet, neigt dazu, zu viel zu erklären oder zu beruhigen. Gut gemeint – aber die neue Person braucht Raum, sich selbst ein Bild zu machen.
  • Die Schnupper-Quests sind keine Aufnahmeprüfung. Daran erinnern, wenn eine begleitende Person anfängt, die neue Person (unbewusst) zu bewerten.
  • Das eigene Lernen der begleitenden Person kommt nicht zu kurz: Der Lernschatz dieser Quest liegt oft im Rückblick, nicht in der Aktion. Lass Raum dafür in einem nächsten Mentoring.

Material

  • Infos zur neuen Person: Wann kommt sie? Was bringt sie mit? (Abstimmung mit Mentor:in und YOLU)
  • Survival-Kit vorhanden: Lernlandkarte aktuell, Challenge-Karten-Set vollständig
  • kurze Vorab-Absprache: Was ist die Rolle der begleitenden Person, was nicht?

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